Die geistliche Wiedervereinigung


Das Endziel der Geisteskunde ist die Wiedervereinigung mit dem Allgeist, die Wiedervereinigung mit der Quelle, aus der Sie einmal hervorgegangen sind und zu der Sie auch wieder zurückkehren werden.

5.1 Wenn Sie durch Selbsterziehung Ihre ursprüngliche, geistliche Natur verwirklicht haben und dadurch ganz Sie selbst geworden sind, so werden Sie anfangen, nach einem Band mit Ihrem geistlichen Ursprung zu verlangen. Die Wiedervereinigung damit können Sie durch das Ueben der Selbstbesinnung erlangen, weil Sie sich damit nicht nur auf sich selbst besinnen, sondern auch auf den Brennpunkt im Allgeist, den Sie selber im Grunde sind.
Die Selbstbesinnung ist eine Besinnung auf das Wesentliche Ihrer selbst. Lenken Sie deshalb als Selbstbesinnungsübung alle Ihre Aufmerksamkeit und Andacht auf sich selber als den Geist, indem Sie erkennen, daß Sie als der Geist weder dieser Körper sind, noch die Umstände in diesem zeitlichen Dasein, noch die Inhalte Ihres Gedächtnisspeichers, die sich Ihnen während des Uebens aufdrängen, sondern, daß Sie nur der menschliche Geist sind, die selbstbewußte Lebenskraft, die im Innern seiner selbst die Dinge wahrnimmt, sie überdenkt und nachempfindet und dann etwas damit anfangen will.

5.2 Die selbstbesonnene Geistesverfassung, die Sie mittels dieser Uebung erlangen, ist vor allem anfangs sehr flüchtig. Um diese Geistesverfassung festhalten zu können, empfiehlt es sich, ein Hilfsmittel anzuwenden, und das ist: das Ueben der stillen Wiederholung. Diese geistliche Uebung beinhaltet, daß man ein Wort, ein Gebet oder einen kurzen Text geistlichen Tenors im stillen für sich selbst wiederholt.
Durch diese Uebung schaffen Sie selber Ordnung in Ihrem Innern und werden Sie voll und ganz Sie selber als der Geist: die von sich aus tätige Quelle von Gedanken und Gefühlen, die Sie selber in Ihrem Innern in Worte kleiden.

5.3 Wenn Sie die innere Ordnung in sich selbst erlangt haben, lenken Sie dann darauf Ihre Aufmerksamkeit von der Bedeutung des Wortes ab. Lenken Sie die Aufmerksamkeit nun in der Stille zwischen den Wörter auf die bewußte Kraft hin, die Sie selber sind und die, in jener vorwörtlichen Stille, die Quelle der Worte ist, die Sie Im Innern Ihrer selbst sagen wollen. Diese Uebertragung Ihrer Aufmerksamkeit und Andacht auf dasjenige, was Sie bildet, zu demjenigen, der da bildet, auf Sie selbst als den menschlichen Geist, ist das entscheidende Geschehnis. Dieses ist der Uebergang von der Besinnung zur Selbstbesinnung.
Diese Selbstbesinnung führt Sie zu der Erkenntnis zurück, Sie seien alleine der Geist, alleine die bewußte, vermögende Lebenskraft. Hierdurch kommen Sie in einen Zustand äußerer Einfalt und innerer Stille, und dieser Zustand der Einfalt und Stille ist der geistliche Urzustand.

5.4 Das Erreichen dieses Urzustandes hat zur Folge, daß eine Kraft von Ihrem geistlichen Urspung her anfangen kann, auf Sie einzuwirken, denn durch diese Einfalt und Stille ist Ihre Geistesverfassung mit der Ihres Urspungs in Einklang gekommen. Durch diese geistliche Einwirkung werden Sie geistlich in Bewegung gesetzt, werden Sie geistlich bewegt, und dies ist der Anfang der Wiedervereinigung Ihrer selbst als des menschlichen Geistes mit Ihrem Ursprung.
Eines Tages werden Sie erfahren können, wie Sie von diesem Urzustand aus in Entzücken geraten und in ihren geistlichen Ursprung aufgenommen werden. Sie erfahren dann, wie Sie in einem Sie ganz umstrahlenden und durchdringenden Lich aufgenommen werden; während Sie von einer inniglichen, erwärmenden Liebe durchströmt werden, was eine mit nichts zu vergleichende Urerfahrung darstellt.

5.5 Was Sie auf diese Weise erfahren ist, daß Geist und Kraft, Licht und Liebe, Friede und Wahrheit anfangen, Sie zu durchströmen. Was Sie auf diese Weise erfahren, ist das Göttliche. Aber was Sie so erfahren, das sind Sie im Grunde auch selber! Sie erfahren sich selber als ein Fünkchen Geist aus und in dem göttlichen Allgeist; Sie erfahren sich selber als einen Brennpunkt aus Licht und Wärme in unserem Gott, dem allgegenwärtigen Meer jenes gleichen geistlichen Lichtes und jener gleichen geistlichen Wärme.
In diesem Zustand der Wiedervereinigung sind beide Geister völlig ineinander aufgegangen: Sie sind, was das ist, und das ist, was Sie sind, welches ein Zustand vollendeter Vereinigung ist, aber dennoch ist ein Unterschied übriggeblieben: Sie sind der kleine Geist und erfahren sich selber als einen Teil des großen Geistes, unseres Gottes als des allgegenwärtigen Allgeistes.

5.6 Durch diese Allgegenwart hat Gott das All im Innern seiner selbst inne und ist dadurch allwissend, was mit dem Vermögen des Wahrnehmens zusammenhängt;
durch diese Allgegenwart kann Gott alles im Innern seiner selbst miteinander verbinden und ist dadurch die Allweisheit, was mit dem Denkvermögen zusammenhängt;
durch diese Allgegenwart verbindet Gott alles mit sich selber und ist dadurch allliebend, was mit dem Fühlen zusammenhängt;
durch diese Allgegenwart kann Gott alles is sich selbst vollziehen und ist dadurch allmächtig, was mit dem Wollen zusammenhängt.
So ist das Ende dieser Abhandlung wieder mit dem Anfang dadurch verbunden, daß Sie erfahren können, daß Sie als menschlicher Geist ein Ausdruck des göttlichen Allgeistes sind.

5.7 Durch Entücken können Sie in die geistliche Welt emporgezogen werden und dann erfahren Sie, daß Gott der Allgeist ist, der sich Ihnen in dem ungeformten Urzustand als ein Meer aus lauter Licht und Wärme darbietet. Umgekehrt kann Gott sich Ihnen auch, im geformten Zustand, in Form einer Geistesgestalt, persönlich offenbaren. In dieser Geistesgestalt, die Gottes heiliger Geist ist, kommt der göttliche Allgeist unmittelbar als Person zum Ausdruck. Dieser heilige Geist hat unter dem Namen Jesus bei uns auf der Erde verweilt.
In dieser geformten Zustand können Sie erfahren, daß Gott Ihnen 'Vatermutter' ist, daß Sie geistlich aus Ihren göttlichen Eltern geboren sind und daß Sie Ihrem Wesen nach ihr Gotteskind sind; daß von der Familie als den beiden göttlichen Eltern und ihrem Gotteskind das Wesentliche der 'Gottheit' dargestellt wird; und daß die ganze Menschheit als die Kinder Gottes im Grunde Gottes Familie ist.


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