Zusammenfassung der Geisteskunde

  • Es ist der menschliche Geist,
  • der mit Hilfe seiner geistlichen Fähigkeiten
  • eine geistliche Entwicklung durchmachen kann,
  • die nicht nur zur Selbstverwirklichung führt, sondern auch
  • zur Wiedervereinigung mit dem Allgeist, seinem geistlichen Ursprung.

1. Die Geisteskunde stellt den Geist als die bewußte Lebenskraft dar, die sich in der geistlichen Welt als eine kugelförmige Wolke aus geistlichem Licht und geistlicher Wärme erfahren läßt.
Mit diesen Eigenschaften hängen die Fähigkeiten zusammen, an denen sich der Geist in dieser Welt wiedererkennen läßt: das Wahrnehmen, das Denken, das Fühlen und das Wollen.

2. Durch die Tätigkeit dieser Fähigkeiten im Innern seiner selbst als der kugelförmigen Wolke gestaltet der Geist um sich herum eine Ausstrahlung (Aura), die eiförmige Seele.
Durch die Entwicklung der Eigenschaften jener Fähigkeiten bekommt die Seele allmählich die Form einer menschlichen Geistesgestalt. Die Eigenschaften der Geistesgestalt kommen auf Erden in dem Körper zum Ausdruck.

3. Indem er anfängt, diese Fähigkeiten - das eigene Licht und die eigene Wärme - bewußt und beherrscht zu benutzen, kann der Geist sich seiner selbst bewußt werden, sich aus dem ihn hemmenden Anfangszustand unbewußter Gleichsetzung seiner selbst mit dem Stoff befreien, dadurch sich selber als geistliche Selbständigkeit verwirklichen...

4. und sich durch Selbstbesinnung mit dem geistlichen Ursprung, dem göttlichen Allgeist, der die Quelle des eigenen Lichtes und der eigenen Wärme ist, wiedervereinigen;
aber dieses sei im Licht der Ewigkeit zu betrachten.

Der menschliche Geist ist dem Wesen nach eine 'Allgeistverdichtung', ein 'Allgeistfunke', und in der Bedeutung dieses Wortes sind alle diese Eigenschaften enthalten.



Die Hauptgegenstände der Geisteskunde
1. Der Geist verfügt über vier Fähigkeiten: 2. Entwicklung des Menschen auf den Geist, die Seele und den Körper hin: 3. die geistliche Entwicklung: 4 Wiedervereinigung mit dem Allgeist,
das Wahrnehmen, das Denken, das Fühlen und das Wollen, welche nach innen und nach außen hin gewendet sein können.

Indem er diese Fähigkeiten benutzt, gestaltet der Geist eine Ausstrahlung um sich herum, welche die Ursache der (2)
die eiförmige Abstrahlung des Geistes, die Seele (Auras), ist.
Durch die Eigenschaften der Fähigkeiten wird die Seele nach und nach in die Geistesgestalt umgewandelt, welche dem Körper auf Erden die menschliche Gestalt verleiht.

Die bewußte und beherrschte Benutzung der geistlichen Fähigkeiten bewirkt (3)
die Bewußtwerdung der eigenen unbewußten Gleichsetzung mit diesem Dasein, der Anhänglichkeit daran und der Einseitigkeit in der Persönlichkeit; danach führt sie zur Selbstverwirklichung durch die Bemühungen sich daraus zu befreien und letztendlich durch Selbstbesinnung zu der (4) dem Geist des Weltalls, des geistlichen Lichtes und der geistlichen Wärme, der allgegenwärtig ist.

Aus ihm ist der menschliche Geist durch Verdichtung hervorgegangen, und in ihm lebt dieser als der Allgeistfunke, eine kugelförmige Wolke aus dem gleichen Licht und der gleichen Wärme.



Liebevoll sind wir in Gottes Geist verdichtet,
also ist Gott liebevoll da in uns.
Wir sind dadurch gleich Jesus
Gottes junger Gott, Gottes Sohn/Tochter.
Laßt uns Gott daher lieben über alles
und den Nächsten, als gölte es uns selber.

Geisteskunde ist nicht etwas Neues, es ist eine andere Darstellung uralter Erkenntnisse, aufgrund folgender Texte, einer kleinen Auslese aus dem großen Geistesschatz, den diese Weisen der Menschheit hinterlassen haben...


"Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter,
ihr alle seid Söhne des Höchsten."
  Das Buch der Psalmen 82:6


"Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz:
Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?"
  Joh. 10:34


"Der Herr sprach zu Mose:
Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten und sag zu ihnen:
Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig."
  Leviticus 19:1-2


"Denn es heißt in der Schrift: Seid heilig, denn ich bin heilig."
  Der erste Brief des Petrus 1:16


"Ihr habt doch von ihm gehört und seid unterrichtet worden in der Wahrheit, die Jesus ist:
Legt den alten Menschen ab, der in Verblendung und Begierde zugrunde geht,
ändert euer früheres Leben und erneuert euren Geist und Sinn!
Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist
in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit."
  Paulus, der Brief an die Ephezer, 4:22-24


Gott legt es darauf an, immer bei dem Menschen zu sein und ihn zu lehren,
was dazu notwendig ist.
Niemals hat sich ein Mensch derart nach etwas gesehnt,
wie Gott dieses begehrt.
Er steht immer bereit, wir haben keine Zeit.
Gott ist uns nah, wir sind Ihm fern.
Gott ist in uns, wir stehen draußen.
Gott ist bei uns zuhause, wir fühlen uns Fremde.
  Meister Eckehart (Mystiker, 1260-1328)


Der einzige Weg zu Gott ... ist ein neues Gemüt.
  Jacob Böhme (Mystiker, 1575-1624)


Ruft nicht zu Gott, die Quelle steigt in Ihnen selbst zum Leben empor,
wenn Sie sie nicht zuschütten, wird sie Ihnen ihr Wasser schenken.
  Angelus Silesius (Mystiker, 1624-1677)


Ich bin ein Gott im Tiefsten meiner Gedanken,
und herrsche im Innern meiner Seele auf dem Thron,
über mich und übers All, wie das Reich mich dazu heißt
nach eignem Kampf und Sieg, aus eigner Macht und Kraft...
  Willem Kloos (Theosophe, niederländischer Dichter; aus seinen 'Versen' 1894)


Die Schöpfung hat einen Urspung,
das ist die Mutter der Welt (Dao).
Wenn man die Mutter kennt,
so kennt man das Kind (sich selbst).
Wer das Kind kennt und sich an der Mutter festhält,
der ist, wenn der Körper Schluß macht, außer Gefahr.

Schließt man die Ohren und Augen, sperrt man die Sinne,
so wird man, wenn der Körper Schluß macht,
ohne Sorgen sein.
Macht man Ohren und Augen auf und sichert die Sachen,
so ist man unrettbar, wenn der Körper Schluß macht.

Das Ätherische (das Dao) erblicken, heißt erleuchtet sein,
die Sanftmut bewahren, heißt stark sein.
Der Strahlung folgend (einkehrend in sich)
um zum Licht wiederzukehren...
verliert man nichts beim Untergang des Körpers.
Das heißt: mit der Ewigkeit bekleidet sein.
  Lao Zi - Dao De Jing  LII


Das, was ätherisch ist, das ist der Geist der ganzen Welt (Brahman, der Allgeist).
Das ist die Wirklichkeit, das ist Atman (der menschliche Geist). Das sind Sie.
  Tsjandogya Upanisjad, 6.8.7


... gerechte und fromme Leute, die in eine gewisse Geistesverzückung versetzt worden sind, wobei sie den Geist Gottes als ein Licht erblickten, das alle Räume der Unendlichkeit ausfüllte, und sahen, wie sie selber ein Teil jenes Lichtes waren.
Alle, denen eine solche Gnade zuteil wurde, zeugen davon, daß sie in diesem Licht durch und durch von einem unaussprechlichen Glücksgefühl erfaßt wurden und zu prophezeien anfingen ...
  Jakob Lorber, das Große Johannesevangelium, III, S. 375

(Was Jesus dort zu seinen Zuhörern sagt, habe ich erleben dürfen: eine Gotteserfahrung)


Ich (Jesus) sage euch: alles Äußerliche, wenn es an sich auch noch so rein ist, tötet; nur dem Geist wohnt das Leben inne und mach alles, in das er eindringt, lebendig. Ihr sollt meine Lehre deshalb auch ganz kurz und einfach zusammenfassen, nur insoweit die Leute diese im allgemeinen brauchen.
Und wer diese Lehre in die Praxis umsetzt, wird auch in dem Maß seiner Tätigkeit den Geist Gottes in sich selber zum Leben erwecken.
Bemerkt ihr jetzt, was für einen völlig anderen Weg Ich euch mit meiner Lehre zeigen will; einen Weg, auf dem man in kürzester Zeit, wenn man jedoch wirklich den Wunsch dazu hat, den Zugang zu jeder Weisheit der Himmel erlangen kann!
Mit innerem, geistlichem Blick wird er mehr über den tiefsten Ursprung kennenlernen, als wenn er zehnmal hunderttausend Jahre liest.
Ich bin dieser Weg und die Wahrheit und das Leben! Ihr solltet nunmehr nach meiner Lehre selber tätig werden, dann wird euere Seele lebendiger und heller werden und erst dann wird mein Geist sich in euerer Seele niederlassen und euch in alle Weisheit einführen.
  Jakob Lorber, das Große Johannesevangelium, V/S. 124


Ich liebe meinen Gott über alles...
denn ich bin wie Jesus Gottes Gottessohn/Gottestochter;
Ich liebe meinen Nächsten wie mich selbst...
denn ich bin wie Jesus ein Menschensohn/Menschentochter.

Nur dieses Selbstbewußtsein führt zum Allbewußtsein,
dem Kern des Geisteskunde.


Ein Bild sagt oft mehr als hundert Worte...


Der Allerhöchste selbst führt Sie aus der Finsternis
zum heilenden Licht.
Weisheit des Jezus Sirach 17, 26b

Photo: Jos Maes; Ort: Hügelland,Westflandern













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